Re: Softwareverteilung von FreeBSD Applikationen

From: Bernd Walter <ticso(at)cicely12.cicely.de>
Date: Mon, 15 Nov 2004 04:08:41 +0100

On Mon, Nov 15, 2004 at 02:55:10AM +0100, Mark Weinem wrote:
> On Fri, 12 Nov 2004, Bernd Walter wrote:
>
> > Ich sehe zwischen Cache [Software via "Zero Install"] und temporaerer
> > Installation absolut keinen Unterschied
>
> Zunaechst: Ich weiss nicht, wie Du auf "temporaer" kommst, bei "Zero
> Install" wird einmal ge-cachte Software nicht entfernt - jedenfalls
> nicht automatisch bzw. zeitgesteuert.Natuerlich kann es vorkommen, dass
> die URIs mal ins Leere gehen oder Server nicht (mehr) erreichbar sind,
> aber dann kann man ja noch immer "traditionell" installieren...

Wow - toll - dann ist es also permanent.
Kann ich mit Ports auch haben.

> Bei 0install wird eben nichts installiert: weder muss root in
> Erscheinung treten noch muessen zeitraubend Indexe oder Datenbanken -
> auf dem client - aktualisiert werden.

Ports kann auch ein Normaluser installieren - er muss nur PREFIX und
PKG_DBDIR entsprechend definieren.
Auch dein Cache braucht die Info was da ist und was nicht, sonst
funktioniert das Spielchen nicht.

Du aber dadurch noch andere Probleme:
 - Ein ordendliches Quotamanagement des Caches ist unmöglich.
 - Was kommt ins Backup?
 - Wie lange bleiben die restlichen Teile der gerade verwendeneten
   Version der Anwendung noch im Netz verfügbar?
 - Wie kann ich gezielt eine bestimmte Version verwenden?
 - Es bläht den Speicherinhalt durch eine unkontrollierte Bindung
   auf dynamische Libraries auf.
 - Wie bekomme ich Software mit bestimmten Compiletime Optionen?
   Ich will meinen Mozilla nicht mit E-Mail, HTML-Editor, etc
   haben, weil ichs nicht brauche und das nur den Speicher zumüllt.

> Die Anwendungen stehen auch deshalb schneller zur Verfuegung, weil
> weniger runtergeladen werden muss
>
> siehe: http://zero-install.sourceforge.net/faq.html ("Doesn't it
> require a fast Internet connection?")

Sicher - es werden nur die Teile runtergeladen, die ich aktuell brauche.
Aber wie soll das funktionieren, ohne dass es eine Datenbank über die
vorhandenen Daten gibt?

> > im Gegenzug moechte ich aber Software, die ich nur getestet habe auch
> > schnell wieder los werden.
>
> 0install: Einfach aus dem Cache entfernen - ganz easy!

Was muss ich eigendlich entfernen - etwas, dass gar nicht installiert
wurde und nirgendwo indiziert ist?
Wenn du dir mal selber die FAQ durchlesen würdest, dann siehst du, dass
es sehr wohl ein Index gibt - ohne kann es schließlich nicht
funktionieren.

> > Wo ist jetzt der Vorteil gegenüber einer gewöhnlich gepflegten
> > Installation der Verwendeten Software?
>
>
> Es geht schneller und wie Du richtig schreibst, muss die "gewoehnliche
> Installation" recht aufwendig *gepflegt* werden ("cvsup...", "make
> fetchindex", "portsdb -u", "pkgdb -F", portinstall/-upgrade, "pkgdb
> -F").Nicht zu vergessen ist die Lektuere von /usr/ports/UPDATES Pflicht
> (und IMHO sollte man auch noch freebsd-ports mitlesen)
> .

Derartige Konflikte hast du immer mit Software.
Entweder bleibst du bei der aktuellen Version, oder nicht.
Wenn du wechselst musst du mit Problemen rechnen, wenn nicht, dann
hast du Neuerungen nicht drin - was bitte schön soll die Art der
Installation daran ändern?
Du magst jetzt wieder argumentieren, dass es auf dem Client nicht
installiert wird, OK - aber denoch gibt es eine Installation - remote
und lokal gecached.
Neue Anwendungen können halt schon mal inkompatibel mit bisherigen
sein - jüngstes Beispiel, dass mir begegnet ist wäre GNU-PCB.
Neuere Versionen machen Fehler in der Druckausgabe und speichern Files
inkompatibel zu Vorgängerversionen - der Rückweg ist damit verbaut.
Sowas muss man wissen, damit man beim Versionswechsel genauer testet.
Sehr gut, dass ich die Sourcen habe und das fixen kann.
Natürlich kann man mit 0install noch gleichzeitig nach anderem Schema
installieren, aber ich muss mich um zwei Systeme kümmern - evtl will
die Software ja gar nicht auf meiner Maschine compilieren - wie gut,
wenn das bereits mit der unmodifizierten Version getestet wurde.

Nebenbei - der von dir erwähnte Aufwand ist nun wirklich nicht nötig
wenn man kontrolliert updaten will.
Es gibt absolut keinen Grund Software zu aktualisieren die einwandfrei
läuft - ich habe AFAIK immer noch eine Handvoll aout binaries auf dem
System aus FreeBSD-2 Zeiten.

Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, was daran so furchtbar toll
und neu ist.
Vorteile bietet es lediglich für diejenigen, die andauert mal was
neues ausprobieren müssen.
Für diejenigen ist es in der Tat eine Vereinfachung.
Ein Ersatz ist es aber nicht und ob man ein zusätzliches System
wirlich will?

-- 
B.Walter                   BWCT                http://www.bwct.de
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Received on Mon 15 Nov 2004 - 04:09:56 CET

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